Tierschutz-Gesetz - Politik strich 50 Prozent aus der Petition


Jetzt ist es also da, dass „Loi sur la protection des animaux“. Dessen Entwicklung sich die amtierenden Politiker ans Revers heften. Und es ist eine Schande! Zum einen habe ich als Tierschützer und Initiator des neuen Tierschutzgesetzes und im Vorfeld der Petition 354 nie die Unterstützung auch nur eines amtierenden Politikers erfahren. Zum anderen haben es Luxemburgs Politiker geschafft, das neue Gesetz in wesentlichen Teilen so zusammen zu streichen, dass es nur noch ein zahnloser Papiertiger ist. Dabei wurden extra zwei Rechtsanwälte beauftragt, die sich mit dem Verfassen von Gesetzestexten auskennen.

„Eines der modernsten Gesetze im Bereich Tierschutz und Tierwohl europaweit“, wird geprahlt. Doch dabei wurden der Tierschutz und das Tierwohl im ursprünglichen Gesetzestext um 50 Prozent in den wichtigsten Passagen zusammengestrichen. Und dafür ließ man sich vier Jahren Zeit!

Es ist richtig, dass Tiere nun endlich als „Lebewesen“ betrachtet werden und nicht mehr als „Sache“. Doch wesentliche Punkte werden diesem Anspruch nicht gerecht. So darf ein Tier nur noch nach Betäubung getötet werden. Überwacht werden die Schlachthäuser beim Schlachtvorgang allerdings nicht. Bei Tiertransporten fehlen in Luxemburg weiterhin strikte Regeln. Und Tierversuche sind weiterhin in der althergebrachten Form erlaubt.

Was mich dabei besonders ärgert ist: Luxemburgs Politik sonnt sich im neuen Tierschutzgesetz, doch in der Realität waren ihnen Tiere nicht wichtig genug. Sie nehmen weiterhin Rücksicht auf die Lobby mehrerer mächtiger Verbände, wie Bauern, Jäger, Schlachthäuser und den Lebensmittelhandel. Luxemburgs neues Tierschutzgesetz ist mitnichten „eines der modernsten Gesetze europaweit“ – selbst das neue Tierschutzgesetz der Wallonie ist da einen deutlichen Schritt weiter!

© 2018 by danielfreres.lu