Luxemburg „legalisiert“ medizinisches Cannabis – eine Mogelpackung



Die Gesetzgebung erlaubt es Ärzten, Cannabis in den Fällen zu verschreiben, in denen herkömmliche Behandlungen die Schmerzen der Patienten nicht lindern können, heißt es. Doch die angebliche „Legalisierung von medizinischem Cannabis“ ist eine Mogelpackung!

Es ist bedauerlich, dass die Abgeordnetenkammer sich gegen eine echte Freigabe von cannabishaltigen Arzneimitteln entschieden hat. Denn nicht jeder Arzt wird es verschreiben können! Ärzte die in Zukunft therapeutisches Cannabis verschreiben wollen, müssen einen speziellen Trainingskurs absolvieren und anschließend zugelassen werden. Eine erhebliche Einschränkung für Ärzte und Schmerzpatienten!

Außerdem wird die Abgabe von pharmazeutischen Cannabis nur den Apotheken vorbehalten sein, die auch die vier Krankenhäuser des Großherzogtums beliefern. Was für viele Patienten einen erheblichen Aufwand bedeutet. Mir ergründet sich nicht, warum cannabishaltige Arzneimittel nicht auch in lokalen oder regionalen Apotheken ausgegeben werden dürfen. Eine echte Legalisierung sieht anders aus!

Für mich müssen cannabishaltige Medikamente sofort mit all den anderen verkehrsfähigen Medikamenten gleichgestellt werden. Unsere Nachbarländer haben ja schon bewiesen, wie der verantwortungsvolle Umgang mit solchen Arzneimitteln funktionieren kann. Deshalb muss es im Ermessensspielraum des behandelnden Arztes liegen, ob er ein cannabishaltiges Medikament verschreibt. Dafür braucht er kein Training oder eine gesonderte Zulassung! Und es muss selbstverständlich sein, dass die Kosten einer solchen medizinischen Behandlung in vollem Umfang von den Krankenkassen übernommen werden.

Mit einer richtigen und ehrlichen Legalisierung von Cannabis-Arzneimitteln holt man Ärzte und Schmerzpatienten endlich aus der Grauzone. Es ist traurig, dass viele Schmerzpatienten aufgrund der Gesetzgebung weiterhin leiden müssen.

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