Für die Tiere: Frères will „nach Europa“

Weil Tierschutz nicht hinter nationalen Grenzen aufhört


Politik war überhaupt nicht sein Geschäft. Doch Dan Frères ist über sein Engagement zum „homo politicus“ geworden. Der Immobilien-Makler ist von Kindesbeinen an Tierliebhaber. Er hat ein echtes Herz für Tiere. irgendwann war ihm klar: Für ihre Rechte kann man nur politisch kämpfen.


Tiere gehören zu Frères‘ Leben. Schon immer: „Mein Großvater hatte einen Bauernhof. Die Tiere dort haben mich schon als Kind magisch angezogen.“

Ein Leben ohne Tiere? „Kann man führen“, lacht der Makler, „aber es macht keinen Sinn!“

Beruflich sind Immobilien sein Ding. Eine Branche, in der die Bandagen hart sind. Doch er hat immer versucht, den geraden Weg nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Tiere haben ihn eingeholt. „Ich kann Tiere nicht leiden sehen“, sagt er.

Privat hat er immer angepackt. Kam ein Tier in Not, hat er es selbst aufgenommen. Rund um sein eigenes Haus ist so im Lauf der Jahre ein echter Gnadenhof entstanden. Es wiehert, es bellt, es maunzt. Mit der Zeit hat Frères gemerkt: Er selbst kann zwar das Leid einzelner Tiere beenden. Aber es muss dauerhafte, strukturelle Lösungen geben.

Strukturen hat er mit „Give us a voice“ geschaffen. Ein Tierschutzverein, der nicht nur Futter sammelt, sondern der ganz laut Missstände anspricht. Der den Finger in die Wunde legt. Eine Passion des Remichers.

„Mein Handy ist immer an“, sagt er. Deshalb kann es passieren, dass es mitten in der Nacht klingelt. Erhält er die Nachricht, dass ein Tier in Not ist, gibt es für ihn keinen Schlaf und keine Nachtruhe. „Ich muss dann raus und selbst nachsehen.“

Bei der Gemeindewahl hat er auf der Piratenliste für den Remicher Gemeinderat kandidiert. Sein Ziel: „Eine Auffangstelle, ein Tierheim! Ein Ort, an dem Tiere durch den Mensch Geborgenheit und Zuneigung spüren können. Egal, was ihnen vorher widerfahren ist.“

Jetzt kandidiert er fürs Europa-Parlament. „Tieren kann man nur helfen, wenn Europa an einem Strang zieht“, sagt er, „grausame Tiertransporte kann man nur abschaffen, wenn die komplette EU dahinter steht. Tierschutz hört nicht hinter Landesgrenzen auf.“

Bekehren will er niemanden, informieren schon! „Ich will niemandem sein Steak verbieten“, lacht er, „doch ich will erreichen, dass jeder weiß, wie es produziert worden ist. Wenn abgepackte Wurst beim Discounter billiger ist als Hundefutter, kann etwas nicht stimmen.“ Dann hebt er die Stimme: „Das ist irre!“ Er will Verständnis wecken und überzeugen. Auch im Parlament.


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