Europa retten – durch Mitbestimmung

Aktualisiert: 6. Feb 2019



Europa muss gerettet werden. Denn das Projekt ist in Gefahr. Die Briten streiten über ihren Austritt. Populisten wettern gegen Brüssel. Nationalisten wollen die Idee am liebsten beerdigen. Dazu kommen viele, denen die Europäische Union einfach egal ist. Gleichgültig zucken sie nur mit den Schultern.


Und – bis auf die Gleichgültigen – finden alle Punkte, an denen sie ihre gefährlichen Hebel ansetzen können. Weil einiges in falsche Richtungen gelaufen ist.


Wenn im Mai ein neues EU-Parlament gewählt wird, müssen dort neue Parlamentarier Einzug halten. Denn die Politik in Brüssel und Straßburg ist eingefahren. Hier müssen neue Ansätze her.

Zu Europa gehört es etwa, dass Reiche die Not von Armen lindern. Das gilt unter Ländern – das gilt für Menschen. Es muss geschehen. Nur muss viel offener – und viel ergebnis-offener! – darüber diskutiert werden wie bisher.


Europa muss transparenter werden. Das ist ein wichtiger Ansatz, der zur EU-Reform gehört. Natürlich helfen starke europäische Länder ihren Nachbarn, denen es nicht gut geht. Niemand hat ein Interesse daran, dass Staaten wie Griechenland zerbrechen. Aber: Wenn geholfen wird, dürfen die Europäer, gleich wo sie leben, nicht den Eindruck gewinnen, alles wird über ihre Köpfe hinweg entschieden.


Der einzelne, der das Gefühl hat, fremdbestimmt zu sein, findet Zustimmung in Parolen der EU-Gegner. Wer das Gefühl hat, mitbestimmt und eigene Ideen eingebracht zu haben, wird immun gegen diese Parolen. Weil das Projekt Europa auch sein eigenes Projekt ist.


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